Dann fällt die Entscheidung, welche Logoart umgesetzt werden soll (Wortzeichen, Buchstabenzeichen, Zahlzeichen oder kombiniertes Zeichen). Verwendete Formen und Farben werden entsprechend des Firmenimages definiert, was in einem späteren Abschnitt noch einmal deutlicher beleuchtet wird und dann kann es Schritt für Schritt an die Gestaltung gehen. Dafür ist Zeit erforderlich. Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen wird die Arbeit unterbrochen. Die Pausen, die durchaus mehrere Tage dauern können, sind notwendig, um eine Idee reifen zu lassen. Man kann sich nicht hinsetzen und sagen, ich gestalte heute ein Logo und bin damit in drei Stunden fertig. An einem konkreten Beispiel will ich diese Entwicklung darstellen:

Der Ausgangspunkt  nach oben

Ich hatte die Aufgabe, für den Erfurter Espachbachbadverein ein Logo zu gestalten. Dieser Verein setzt sich für die Erhaltung einer nicht mehr genutzten traditionellen Badeanstalt in mitten der Stadt und deren Umgestaltung in eine ökologische Schwimmteichanlage ein.

Logoanforderungen  nach oben

Ein kombiniertes Zeichen, das die Besonderheit einer ökologischen Schwimmteichanlage darstellt und mittels entsprechender Farbgebung die Umweltfreundlichkeit unterstreichen soll.
Der Schriftfonts war vorgegeben, da der Verein sich bereits für eine Hausschrift entschieden hatte. Weil der Verein nur wenige Druckerzeugnisse in Umlauf gibt und diese selbst ausdruckt, ansonsten im Internet informiert, spielte die Anzahl der Farben und deren Mischung eine untergeordnete Rolle. Werden viele Informationen in gedruckter Form erstellt, sollte man sich auf möglichst zwei bis drei Farben beschränken, die mit so genannten HKS Farben in der Druckerei realisiert werden können. Das senkt die Kosten ungemein. Aber bei diesem Auftrag brauchte ich darauf keine Rücksicht nehmen.

Die Idee  nach oben

Grafische Elemente: Wellen sollen als Symbol für Wasser und Schilf als Symbol für die ökologische Schwimmteichanlage dienen.

Farben: Blau für Wasser, Braun, Gelb, Orange sollen die ökologische Komponente zum Ausdruck bringen. Es sind absichtlich keine reinen Farben verwendet worden, um den optischen Naturcharakter noch weiter zu erhöhen.

Die Entwürfe  nach oben

Man beginnt natürlich mit verschiedenen Handskizzen, bis es zu einem ersten Entwurf am Rechner kommt. Hier nur einige wesentliche Zwischenschritte. In der Praxi sind das wesentlich mehr.

Handskizze
Darstellung: Handskizze

Farbentwurf A
Darstellung: Farbentwurf A

Den grafischen Elementen fehlte die Natürlichkeit. Auch die Farbigkeit ist noch etwas langweilig.

Farbentwurf B
Darstellung: Farbentwurf B

Das Schilf wurde abstrahiert und farbig lebendiger gestaltet, die Wellen etwas auseinander gezogen.

Farbentwurf C
Darstellung: Farbentwurf C

Hier wurden die Wellen noch einmal in sich verschoben, sodass ein lebendiger Eindruck der gesamten Grafik entsteht, was der Natur am nächsten kommt. Das geht jedoch auf Kosten des ruhigeren Gesamteindruckes der Variante B. Der Auftraggeber hatte sich für C entschieden. Es ist auch immer alles eine Geschmacksfrage.

Man muss natürlich kritisch feststellen, dass dieser Entwurf hart an der Grenze liegt, was die Anzahl der Details angeht. Das Gesetz der Einfachheit wird hier bereits auf eine harte Probe gestellt. Ich habe bewusst eine Arbeit ausgewählt, die nicht ganz den optimalen Anforderungen eines Logos entspricht, um die bestehende Problematik besser zu verdeutlichen.